Nur noch eine Zivilschutzorganisation im Bezirk Affoltern

Aus dem Leitartikel Anzeiger Bezirk Affoltern vom 3. September 2004:

Im Bezirk Affoltern soll ab 2005 nur noch eine Zivilschutz-Organisation tätig sein. Die Gemeinden werden dadurch finanziell entlastet.

«Die heute bestehenden neun Zivilschutzorganisationen im Bezirk könnten den Personalbedarf als eigenständige ZSO nicht mehr decken. Und die Kosten für einen wirksamen Bevölkerungsschutz würden beträchtlich ansteigen. Demzufolge besteht ein zwingender Handlungsbedarf für eine weitere Regionalisierung des Zivilschutzes» heisst es im Entwurf über die Verbandsstatuten.

Im Bezirk Affoltern wäre also nur Affoltern in der Lage, eine eigene Organisation zu führen. «Wir wollen im Knonauer Amt eine einzige Organisation», sagt Hans Hefti, Projektleiter im Kernteam, das zuhanden der Gemeinden eine Vorlage ausgearbeitet hat. Eine Kernaussage im Entwurf der Statuten des neuen Verbandes: «Durch die Erhöhung der Qualität und der Vielseitigkeit wird eine noch effizientere Hilfe an die Bevölkerung möglich sein, so dass auch eine verkleinerte Organisation ihre Aufgabe bei Katastrophen und Notlagen erfüllen kann. Zudem wird eine verstärkte Zusammenarbeit mit den anderen Partnern des Bevölkerungsschutzes angestrebt.» Gemeint sind damit Feuerwehr, Sanität, Werkdienste, Polizei. «Auch die neue Organisation ist Langzeit-Unterstützungselement und keine Konkurrenz zu anderen Institutionen», sagt Hans Hefti, für den sinnvolle Einsätze vermehrt möglich sind. Es wird ja nicht mehr vom Kriegseinsatz, sondern von natur- und zivilisationsbedingtem Katastropheneinsatz gesprochen. Dem Zivilschutz obliegt die Bereitstellung der Schutzinfrastruktur, der Mittel für die Alarmierung der Bevölkerung, die Betreuung von Schutz Suchenden, von Obdachlosen und Kulturgüterschutz.

Zivilschutz als Teil des Bevölkerungsschutzes

Der Zivilschutz kommt bei grösseren Ereignissen meist im Verbund mit Feuerwehr Polizei und Sanität, notfalls der Armee zum Einsatz.

Er ist schwergewichtig als Einsatzmittel der zweiten Staffel im Verbundsystem des Bevölkerungschutz positioniert. Insbesondere soll er die Durchhaltefähigkeit der anderen Partnerorganisationen bei grossen und lang andauernden Katastrophen und Notlagen erhöhen.

Die heutigen Vorkehrungen ermöglichen einen gestaffelten Einsatz innert 1 - 6 Std., in einem ersten Schritt z.B. von Führungskräften, Rettungspionieren, Logistikern oder Anlagewarten.