29.10.10

Was macht eigentlich der Kulturgüterschutz...?

Der Kulturgüterschutz ist mit sechs Personen ein kleiner Dienst innerhalb der Zivilschutzorganisation. Auch fällt ihm innerhalb des Bevölkerungsschutzes eine spezielle Rolle zu. Immer wieder taucht die Frage auf: "Was macht ihr eigentlich?" – eine Klärung.

 

Es geht um Identität

Kulturgüter gelten als Zeugen der Geschichte und Identität einer Bevölkerung und deren Kultur. Gerade in den ethnischen Konflikten des 20. Jahrhunderts war die Bekämpfung des Gegners häufig auch mit dem Versuch der Vernichtung dessen Kultur der Erinnerung an das bekämpften Volks verbunden: Die Kriege auf dem Balkan bieten dafür ein drastisches Beispiel. Die Anfänge des modernen Kulturgüterschutzes und der gesetzlichen Grundlagen sind also im bewaffneten Konflikt begründet. 

Welch grosse Bedeutung der Erinnerung an die eigene Geschichte zukommt, zeigt auch der Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Frauenkirche in Dresden. Ob sinnvoll oder nicht – das kulturelle Erbe ist den Menschen lieb und teuer: in diesem Falle 180 Mio. Euro.

Kulturgüter sind nur sehr allgemein zu definieren: Alle Gegenstände, die für das Selbstverständnis der Gemeinschaft von Bedeutung sind. Die konkrete Bestimmung der Güter ist nicht die Aufgabe des Zivilschutzes, sondern des Bundes, der Kantone und für regional-lokale Gegenstände: der Gemeinden.

 

Moderner Kulturgüterschutz

Angesichts der Bedrohungslage in der Schweiz löste sich der Kulturgüterschutz immer mehr aus dem militärischen Bereich. Bei uns steht die Sicherung der Kulturgüter vor Naturkatastrophen wie Hochwasser oder Alltagsgefahren wie Brand im Vordergrund. Eines der bekanntesten Beispiele aus der Schweiz ist der Brand der Kapellbrücke in Luzern, deren Zerstörung die Menschen stark betroffen hat.

 

Zusammenarbeit wird entscheidend

Doch was heisst „schützen“? – und damit: Was macht der Kulturgüterschutz? Drei Schritte beschreiben seine Arbeit: 

  1. Inventarisieren: Die Kulturgüter werden katalogisiert und mit einer Inventarnummer versehen.
  2. Dokumentieren: Die Kulturgüter werden beschrieben und fotografiert.
  3. Schutzmassnahmen ergreifen: Wichtig ist vor allem die Bereitstellung von Informationen für die Feuerwehr, besonders der Evakuationspläne

Die Ausrichtung der Arbeit auf die Friedenszeit verlangt eine Zusammenarbeit mit der Feuerwehr. Der Kulturgüterschutz stellt Informationen zusammen, auf welche die Feuerwehr im Katastrophenfall zurückgreifen kann, um nach Möglichkeit die Evakuation oder den Schutz der Kulturgüter einzuleiten. Aron Wacker als Chef KGS erarbeitet mit seiner Gruppe diese Grundlagen. Erst mit diesen konkreten Daten kann eine Absprache und eine Zusammenarbeit mit der Feuerwehr erfolgen.

 

Kulturgüter – auch im Säuliamt

Der ZSO Albis ist der Kulturgüterschutz wichtig. Auch im Säuliamt gibt es viele Kulturgüter, die für die Schweiz, aber vor allem auch für die regionale Identität bedeutend sind: So erinnern zum Beispiel das Kloster Kappel, das Schloss Knonau oder die Turbinenanlage der Fabrikanlage Haas in Ottenbach an die unterschiedliche Vergangenheit unserer Region. 

Tatsächlich nimmt der Kulturgüterschutz innerhalb der Zivilschutzorganisation eine spezielle Rolle ein: Den Schutz der Erinnerung an das eigene kulturelle Erbe.

 

Kulturgüter abrufen

Weitere Kulturgüter von nationaler oder regionaler Bedeutung sind auch auf folgenden Seiten abrufbar:

Web-GIS: http://kgs-gis.admin.ch 

Kantonslisten: www.kgs.admin.ch -> KGS Inventar

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