Fünf Fragen an Annetta Guidon, Zentrale Tixi Säuliamt
Mehrmals pro Jahr engagiert sich der Zivilschutz für den Tixi-Fahrdienst. Ein Interview mit Annetta Guidon von der Zentrale Tixi Säuliamt.
Frau Guidon, der Zivilschutz hilft seit zwei Jahren, Ihre Kunden zu betreuen und zu transportieren. Was erhalten Sie für ein Feedback von den Passagieren?
Ich habe bis anhin nur Positives gehört. Die Menschen haben Freude, wenn ein junger Mann kommt. Die meisten sagen, wie gut sie es finden, dass der Zivilschutz diesen Einsatz ermöglicht. Für sie ist es eine Abwechslung. Sie lernen neue, erfrischende Leute kennen, haben darum andere Gespräche als sonst oder können ihre Lebensgeschichte jemandem erzählen, der sie noch nicht kennt.
. . . und was sagen die Zivilschützer zu ihren Fahreraufgaben?
Ich höre von den meisten, dass sie froh sind, etwas Sinnvolles machen zu können. Viele sagen nach einem Einsatz zu mir: Bitte schau, dass ich das nächste Mal wieder hier eingeteilt bin.
Von woher kommt diese Motivation?
Ich denke, Sie erhalten von dieser Aufgabe viel zurück, vor allem Dankbarkeit. Und sie sehen, dass es auch andere Menschen gibt. Sie sehen Schicksale und lernen das eigene Leben schätzen. Ich denk mir auf meinen Fahrten manchmal auch: Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe. Ich kann ins Auto steigen, sowie ich will.
Welche Zivilschützer können diese Fahrdienste leisten?
Das wird von der ZSO Albis vorgegeben. Die Zivilschützer kommen aus der Betreuergruppe, sie haben bereits Umgang mit behinderten und betagten Menschen gehabt - im Altersheim, Kinderspital oder Götschihof.
Was müssen sie für Eigenschaften mitbringen?
Sie müssen sicher mit den Menschen und ihrer Behinderung umgehen können, sie müssen auf sie eingehen, auch wenn nicht viel Kontakt bleibt und sie die Menschen eigentlich nur von A nach B fahren müssen. Und dann müssen sie natürlich im Besitz des Führerscheins sein. Aber wir haben auch Zivilschützer, die keinen besitzen. Weil man oft zwei Leute pro Team hat, spielt das keine Rolle.
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Tixi Säuliamt
Der Transportdienst für behinderte, kranke oder betagte Menschen im Bezirk Affoltern wurde 1988 vom Autosattler Peter Oswald ins Leben gerufen. Nach einem schweren Unfall wurde er im Spital gesund gepflegt. Danach wollte er selbst etwas zum „gut funktionierenden Gesundheitswesen“ beitragen. 1999 wurde das Tixi Säuliamt in eine Stiftung unter der Leitung von Josef Nayer umgewandelt. Die Zusammenarbeit mit der Zivilschutzorganisation Albis entstand 2006, als die Stiftung einen Stand an der Chilbi Mettmenstetten bewirtschaftete. ZSO-Kommandant Alfred Haab fragte Nayer spontan an, ob künftig ein Einsatz des Zivilschutzes möglich wäre. Von der Stadt Zürich wusste er, dass dort eine ähnliche Kooperation existierte. Erste erfolgreiche Probefahrten mit den sechs Fahrzeugen erfolgten im Januar 2008. Seither können Zivilschützer ihre vorschriftsmässige Wiederholungskurse bei Tixi Säuliamt absolvieren. Sie tätigen etwa 650 der 5000 jährlichen Fahrten und legen dabei fast 20'000 Kilometer zurück. Trotzdem ist die maximale Auslastung des Transportdiensts noch nicht erreicht.
Finanziert wird das Projekt einerseits von den Fahrgeldern der Transportierten, vor allem aber von Spenden sowie Beiträgen der Gemeinde, die jeweils einen Franken pro Einwohner zahlen. Die über 40 Fahrer machen ihren Job unentgeltlich, nur Annetta Guidon erhält für die aufwändige Disposition und Organisation eine Vergütung.
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