12.11.09

Einsatzübung Herkules: Die ZSO Albis ist einsatzbereit

Am 30. Oktober 2009 zeigte die Zivilschutzorganisation Albis (ZSO Albis) im Rahmen einer Forma-tionsübung, welche Hilfeleistungen sie im Ernstfall mit und für die Partner des Bevölkerungs-schutzes erbringen kann.

Erfolgreiche Einsatzübung "Herkules" am 30. Oktober 2009

Die Einsatzübung ‚Herkules‘ wurde zusammen mit der Hundestaffel REDOG auf der Übungsanlage des Zivilschutz-Ausbildungszentrums Schönau in Cham gestaltet und wurde von einer Reihe prominenter Gäste aus den Kantonen Zürich und Zug besucht.

 Herkules wurden einst im alten Griechenland zwölf harte Prüfungen gestellt. Der Heroe bewältigte sie alle - mit List, Denkarbeit, Kraft und auch Mithilfe von anderen. Insofern passte der Name, den sich die Zivil-schutzorganisation Albis für ihre breit angelegte Einsatzübung gegeben hatte: ‚Herkules‘ - auch hier wa-ren diese Attribute gefordert. Knapp fünf Jahre nach dem Zusammenschluss der neun Zivilschutzorganisationen im Bezirk Affoltern (‚Säuliamt‘) war es das wichtigste Manöver, bei dem alle Einheiten des Zivilschutzes gemeinsam zum Zug kamen: Stabsassistenten, Pioniere, Betreuer und Logistiker sollten ihre Fähigkeiten und ihren Team-geist beweisen. Und zwar in einer grösseren Drucksituation, als sie dies in ihren jährlichen Wiederholungskursen tun.  

Die ZSO Albis zeigt, was sie im Ernstfall leisten kann
Denn einerseits wartete auf dem Trainingsgelände in Cham ein «richtiges» Trümmerfeld auf die rund 60 Zivilschutzangehörigen. Dies sorgte für mehr Realitätsnähe in einer Übung, in der Schutzsuchende eva-kuiert, in Sammelstellen betreut und Verschüttete mit Hilfe der Hundestaffel Redog gesucht und gebor-gen werden mussten. Andererseits waren hochrangige Politiker, darunter die Regierungsräte Hans Hollenstein (Zürich) und Beat Villiger (Zug), Statthalter Hansruedi Maag sowie Gemeindepolitiker und –politikerinnen aus dem Bezirk Affoltern und weitere Gäste aus Zivilschutz und Partnerorganisationen geladen, um sich diese Demonstration anzusehen. Der ZSO Albis war es wichtig, dass die Gäste ein Bild davon erhielten, wie sich die Organisation seit 2005 entwickelt hat, über welche Instrumente sie verfügt und wie sie diese ein-setzt. Denn nur wenn die entsprechenden Partner wissen, welche Leistungen der Zivilschutz erbringt, kann der Bevölkerungsschutz funktionieren.  

Mit Hund und schwerem Gerät auf der Suche nach Verschütteten
Unterstützung erhielt die ZSO Albis von Redog, dem Verein für Such- und Rettungshunde. Eben aus dem Katastrophengebiet in Indonesien zurückgekehrt, gaben sie der Übung einen realistischen Anstrich: Ihre Hunde sollten die Verletzten in den Trümmern aufspüren, bevor diese von den Zivilschutzangehörigen mit schwerem Gerät geborgen und sicher zur Sammelstelle begleitet werden konnten. In der fiktiven Katastrophensituation eines Erdbebens konnten die Zivilschützer einige Tätigkeiten aus ihrem Leistungsangebot zeigen: − Die Pioniere konnten Verletzte aus zusammengestürzten Häuserteilen bergen: Mit Hebekissen hoben sie ganze Betonrohre an, um die Verschütteten frei zu bekommen. Oder sie machten den Weg frei, in dem sie schwere Elemente per Seilzugtechnik wegzogen. − Die Betreuer kümmerten sich um die Verletzten oder verwirrte und verirrte Angehörige. An der Sammelstelle sorgten sie für einen geordneten Ablauf. − Die Stabsassistenten errichteten ein Lagezentrum, von der aus der Einsatzleiter, Kdt. Stv. Alfred Haab, die Bergung überwachen konnte, und schufen nach dem Zusammenbruch des Mobilfunk-netzes eine eigene Kommunikationsverbindung: Sie errichteten Funkverbindungen und legten Kabel vom Kommandoposten zur Sammelstelle, wobei sie auch die natürliche Umgebung einbe-ziehen mussten.  

Laufende Aus- und Weiterbildung
Weil all diese Einsätze zur selben Zeit stattfanden, herrschte ein reger und spannender Betrieb auf dem Areal – fast wie auf einem richtigen Schadensplatz. Natürlich wäre die Anspannung der Beteiligten bei einem Notfall weit grösser, aber trotzdem waren die Zivilschützer mit der notwendigen Ernsthaftigkeit dabei. Auch ‚Herkules‘ war für den Zivilschutz ein wichtiges Übungsfeld, um allfällige Schwächen, etwa im Bereich Sicherheit, zu eruieren, damit diese in zukünftigen Wiederholungskursen nochmal geübt wer-den können. Und was am wichtigsten war: Im Gegensatz zum Einzelkämpfer Herkules nahm hier die Teamarbeit eine Hauptrolle ein.  

Positive Rückmeldungen
Das Gezeigte hinterliess «einen starken Eindruck», wie es der Zürcher Regierungsrat Hans Hollenstein formulierte. «Man sieht nach fünf Minuten, ob eine Organisation funktioniert. Und diese hier tut es.» Sein Amtskollege aus Zug, Beat Villiger, erwähnte die Zusammenarbeit der beiden Kantone und betonte, dass die ZSO Albis auf Zuger Grund trainierte: «Es freut uns, wenn der grosse Bruder etwas vom kleinen Bruder möchte.» Die aktive Kontaktaufnahme mit den Partnerorganisationen und die kantonsübergreifende Zusammenarbeit begrüssten die politischen Vertreter besonders. Denn Katastrophen machen weder vor Kantonsgrenzen halt, noch bleiben sie auf einzelne Organisationen beschränkt: In der Not sind wir auf einen umfassenden Bevölkerungsschutz angewiesen. In diesem Sinne bilanzierte ZSO Albis Kommandant Stefan Bommeli: «Wir freuen uns, dass sie uns nun besser kennen. Und wir arbeiten weiter daran, dass wir Ihnen helfen können, wenn Sie uns brauchen.»

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