Ausbruch aus dem Alltag
18 Seniorinnen und Senioren des Affoltemer Wohnheims «Haus zum Seewadel» genossen einen Ausflug auf den Biohof «Murimoos». Unterstützung bei der Betreuung lieferte der Zivilschutz.
Es ist Freitagmorgen kurz nach halb zehn Uhr. Das Foyer des Alterwohnheims «Haus zum Seewadel» füllt sich langsam. 18 Seniorinnen und Senioren machen sich bereit zu einem Tag ins Aargauer «Murimoos». Auch bei Maria Fuchs ist die Vorfreude auf den Ausflug nicht zu übersehen. «Ich freue mich vor allem auf den Cervelat vom Grill. Der war im letzten Jahr hervorragend», sagt sie.
Fuchs ist jene Teilnehmerin, die schon am längsten im «Seewadel» wohnt. Seit 16 Jahren ist es ihr zu Hause. «Ich möchte an keinen anderen Ort der Welt», sagt die 82-Jährige, die schon zuvor während einem halben Jahrhundert in Affoltern gewohnt hatte.
Mit der Unterstützung von 13 Betreuern der Zivilschutzorganisation Albis machen sich die Seniorinnen und Senioren in zwei Tixi-Bussen auf den Weg zur «Bluest-Fahrt» über Maschwanden, Sins, Auw bis nach Muri. Die vielen blühenden Bäume und Pflanzen lösen viele strahlende Gesichter aus.
Angekommen im «Murimoos» gibt es vieles zu bestaunen. Die blühenden japanischen Kirschbäume, die früh erwachten Tulpen oder die vorwitzigen Katzen. Der Biohof bietet 90 betreuungsbedürftigen Männern jedes Alters eine Wohn- und Arbeitsgelegenheit. Die Besucher können sich in diversen Bio-Läden verköstigen.
Der zähe Wind verunmöglicht zwar, dass Maria Fuchs ihren von den Zivilschützern grillierten Cervelat draussen essen kann. Für eine kurze Spazierfahrt durch die Anlage reicht es nach Café und Kuchen aber alleweil. Besonderes Staunen bei den Seniorinnen und Senioren lösen die vielen Störche mit den Eiern in den Nestern aus, die sie von nahem betrachten können.
Kurz vor 16 Uhr sind alle beim «Seewadel» zurück. Die beiden Organisatorinnen, Margrit Halter und Anna Heickmann, ziehen ein positives Fazit: «Ein solcher Tag ist ein schönes Geschenk für die Leute. Ohne die Hilfe des Zivilschutzes wäre das nicht möglich gewesen.» Reto Häggi, Chef Betreuung der ZSO Albis, gibt die Blumen zurück: «Wir sind dankbar, wenn wir mit unserer Hilfe einen solchen Ausflug ermöglichen können.»
Derweil sitzt Maria Fuchs zufrieden, aber ein bisschen müde im Café. Sie trinkt ein Wasser, erzählt noch einmal von den vielen Eindrücken und sagt dann plötzlich: «Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Ausflug. Im Sommer gehen wir mit dem Schiff auf den Vierwaldstädtersee. Ich hoffe, der Zivilschutz ist dann auch wieder dabei.»
